Sonntag, 28. Mai 2017

Intro

Von Bremen nach Venedig mit dem Fahrrad (kein E-Bike 😊)

Nachdem ich 2013 bereits mit dem Fahrrad nach Toblach in die Dolomiten gefahren bin, geht es jetzt noch ein StĂŒckchen weiter bis nach Venedig. Inspiriert wurde ich dabei von meiner Frau, die bereits diese Tour mit ihrem Vater und Bruder gemacht hat. Allerdings werde ich nicht ĂŒber den Brenner (1300 Meter) fahren, sondern ĂŒber das Timmelsjoch (2474 Meter). Die Tour umfasst 16 Etappen plus zwei Tage Pause. Am PC habe ich 1227 km geplant und 9830 zu bewĂ€ltigende Höhenmeter aufwĂ€rts. Aber die tatsĂ€chlichen Daten werden wohl andere sein, mal schauen.

Ich versuche mal etwas Tagebuch im Blogger zu fĂŒhren, aber es werden wohl nur kurze EintrĂ€ge wie gefahrene Kilometer, Höhenmeter, Wetter usw. werden.

Ansonsten viel Spaß beim Begleitern meiner Fahrradtour in die Alpen und ans Mittelmeer!

Euer Rainer

Hier eine grobe Übersicht meiner geplanten Tour. Wie ĂŒblich bei meinen Touren, ist es eine relativ gerade Linie. Aber dieses mal tĂ€uscht es etwas. Obwohl ich kein FlĂŒssefahrer bin, fahre ich eine komplette Etappe am Main entlang. Dazu fĂŒhrt mich eine Teiletappe durch das Taubertal und in Italien geht es von Meran ĂŒber den Etsch
Fahrradweg nach Trento. Ein Tag spÀter ist die meiste Zeit der Brenta mein Begleiter nach Bassano del Grappa.


FĂŒr die Einzeletappen gibt es jeweils eine eigene interaktive Ansicht, die durch den Fahrradroutenplaner Komoot zur VerfĂŒgung gestellt wird.

Prolog: Bremen - Engeln

Kurzfristig habe ich mich zu einem Prolog von 40 km entschlosssen. Einerseits um die Wartezeit auf den Start meiner Tour zu verkĂŒrzen, andererseits um meine noch nicht vorhandene Form langsam aufzubauen. Meine erste Trainingsfahrt gab mir dazu den Anlass. Somit habe ich die lĂ€ngste Etappe von 122 km etwas gesplittet. Den Tourplan habe ich aber nicht umgeschrieben, die erste Etappe fĂŒhrt mich weiter zur Burg Schaumburg.

TAGEBUCH:

Wie so oft, hatte ich mal wieder Pech mit dem Wetter. Durch Starke Boen aus SĂŒd = totaler Gegenwind, kam ich am Anfang gar nicht in Fahrt. SpĂ€ter wurde es etwas besser. Aber mehr als 14-15 km/h waren nicht drin. Ach ja, einen Lapsus hatte ich natĂŒrlich. Nach 2 km merkte ich, dass ich meinen Fahrradhelm vergessen hatte. Also noch mal zurĂŒck. Das ging sehr fix, ich hatte dann ja RĂŒckenwind, grins. Nach 3.5 Stunden, hatte ich dann um 16:30 Uhr die Unterkunft in Engeln erreicht. So weit geht's mir gut, keine körperlichen AusfĂ€lle. Morgen wird es mit 80 km und weiterem Gegenwind etwas hĂ€rter. Dann Berichte ich weiter ... Nachtrag: Die Unterkunft ist schrott. Duschen nur mit kochendem Wasser. TV geht nicht richtig. Und dann ist auch noch die Handtuchhalterung abgefallen. Als Höhepunkt hatte das Restaurant auch noch Ruhetag. Aber der Wirt hat mir noch ein Schnitzel gemacht. Ich bin gespannt auf Morgen...

Samstag, 1. April 2017

07.06. Engeln - Burg Schaumburg

Etappe 1


Entfernung: 122 km
Höhenmeter: 490 Meter











Unterkunft



Schaumburger Ritter

http://schaumburger-ritter.de/de/


TAGEBUCH:


Das war sicherlich eine der hĂ€rtesten Etappen,  die ich gefahren bin. 90 km gegen Sturm und Regen, teilweise nur 6 kmh schnell. Gleich am Anfang auch noch eine Baustelle mitten auf dem Fahrradweg. Da konnte ich gleich wieder 2 km zurĂŒckfahren. Ein Wunder, dass ich mein Ziel schon um 16:00 Uhr erreicht habe. Gerade die letzten zwei Schlussanstiege haben noch mal mĂ€chtig reingehauen. Mein heutiges Etappenziel ist die Schaumburg und liegt 230 Meter hoch, also eine Bergankunft. Die Unterkunft liegt genau gegenĂŒber der Burg und ist sehr komfortabel. Hier funktioniert auch alles. Körperlich habe ich diese anstrengende Etappe recht gut ĂŒberstanden. Morgen lĂ€sst hoffentlich der Wind nach,  sonst macht es echt keinen Spaß. Mit 75 km, ist es ja zum GlĂŒck auch nicht ganz so weit.

08.06. Burg Schaumburg - Brakel

Etappe 2


Entfernung: 75 km
Höhenmeter: 590 Meter 


Unterkunft


Landhotel Stein




TAGEBUCH:


Mit der heutigen Etappe wurde es durchgehend "hĂŒgelig". Die Etappe verlief geradewegs durch das Weserbergland mit teilweise 10% Steigungen. Und endlich kam auch mal die Sonne raus, was sehr angenehm war. Am Zielort dann ein Riesenschreck: Beim auspacken meiner Sachen habe ich den HotelschlĂŒssel vom vorherigen Hotel gefunden. Ein typischer "Wohltmann". Also bin ich zur nĂ€chsten Post und habe dort den SchlĂŒssel als Einschreiben aufgegeben. Unglaublich ... Die Stadt Brakel hatte nicht viel zu bieten. Das Rathaus und der Markplatz waren sehr schön.



09.06. Brakel - Fritzlar

Etappe 3


Entfernung: 75 km
Höhenmeter: 590 Meter 


Unterkunft

Zum BĂŒraberg



TAGEBUCH:


Eins vorweg, ich hatte heute keinen Regen! Allerdings war fĂŒr den frĂŒhen Nachmittag eine Front angekĂŒndigt. Darum hab ich ordentlich eingetreten und habe die 80 km tatsĂ€chlich bis 13:30 Uhr geschafft. Bei 720 Höhenmeter vielleicht ein neuer Rekord. Der alte Mann kann es wohl doch noch, grins. Und tatsĂ€chlich kam der Regen dann auch bald. DafĂŒr bin ich heute fix und fertig. Trotzdem bin ich noch mit dem Zug nach Fritzlar gefahren, da mein Hotel 7 km von der Stadt entfernt ist. Immerhin ist der Bahnhof direkt vor dem Hotel. Jetzt warte ich gerade auf den Zug zurĂŒck und schreibe darum in mein TAGEBUCH. Morgen gibt es erst um 8:00 Uhr FrĂŒhstĂŒck. Da wird die Ankunft sicherlich etwas spĂ€ter sein. Aber das ist okay, Morgen wohne ich auch direkt in der Altstadt von Bad Salzschlirf.



10.06. Fritzlar - Bad Salzschlirf

Etappe 4


Entfernung: 80 km
Höhenmeter: 710 Meter


Unterkunft


Landhotel Söderberg

http://www.hotel-soederberg.de/

 






 

 

 

 

 

 

TAGEBUCH:


Die heutige Etappe war ganz in Ordnung. Der schönste Ort dieser Etappe war Alsfeld. Eine tolle Fachwerkstadt, auf jeden Fall schöner als Fritzlar. UrsprĂŒnglich hatte ich ja "Schlitz" als heutiges Etappenziel geplant. Aber leider konnte ich da keine Unterkunft mehr im Vorfeld buchen. Also bin ich auf Bad Salzschlirf ausgewichen. Auf den Bildern sah die Stadt eigentlich ganz nett aus, aber irgendwie gefiehl mir Bad Salzschlirf ĂŒberhaupt nicht. Ein klassischer Kurort mit den typischen Einrichtungen wie Kurhaus und Kurpark etc. Alle GeschĂ€fte hatten hier am Samstagnachmittag bereits geschlossen, so dass ich mir keine Verpflegung fĂŒr den nĂ€chsten Tag kaufen konnte.
Im Landhotel fragte ich die nette Gastgeberin, ob es nicht doch noch irgendwo einen offenen Supermarkt gÀbe. Und den gab es dann auch am Ortsrand. Und hier ist mir dann einer meiner wenigen "Pannen" passiert. Als ich nach einem ca. 20 Min. Marsch am Supermarkt stand, merkte ich,
dass ich mein Portemonnaie in der Unterkunft vergessen hatte. Da war ich vielleicht geladen. Also den ganzen Weg wieder zurĂŒck, Geld geholt und mit Fahrrad ein zweites mal zum Supermarkt.
Da ist es doch von Vorteil, wenn man immer so frĂŒh am Etappenziel ist.





11.06. Bad Salzschlirf - GemĂŒnden

Etappe 5


Entfernung: 90 km
Höhenmeter: 790 Meter

























Unterkunft



Hotel SchÀffer

http://www.hotel-schaeffer.de/

TAGEBUCH:


Heute bin ich 50 km den Rhön-Sinntal Fahrradweg gefahren. Insgesamt waren es 92 km. Die Etappe war sehr schwer, weil es viele Steigungen bis 500 Höhenmeter gab. Dazu machte mir heute die Hitze mit 28 Grad etwas zu schaffen. Aber um 15:30 Uhr hatte ich meinen Zielort GemĂŒnden erreicht. Nur dumm, dass das Hotel zu war. Typisch Sonntag. Nach langem klingeln hat der Wirt (Im Unterhemd) dann doch noch die TĂŒr aufgemacht. Abends gab es dann lecker Lammfilet. Morgen ist dann die Ausruhtappe dran. Es geht 60 km den Main entlang nach Ochsenfurt.

12.06. GemĂŒnden - Ochsenfurt

Etappe 6


Entfernung: 62 km
Höhenmeter: 90 Meter

"Flussetappe am Main"


Unterkunft



Gasthof BĂ€ren

http://www.gasthof-baeren-ochsenfurt.de/



TAGEBUCH:


Ja, das war heute in der Tat eine einfache Etappe. 60 km fĂŒr eine Flussetappe sind einfach zu  wenig. Schon schnell merkte ich, dass ich weit vor der Check-in Zeit ankommen wĂŒrde. Darum habe ich um 9:00 Uhr im Hotel angerufen, ob ich schon frĂŒher einchecken könnte. Kein Problem. Trotzdem habe ich etwas getrödelt und noch halt in WĂŒrzburg gemacht. 10 km vor WĂŒrzburg,  ĂŒberholte mich dann ein anderer Radreisender. Der junge Mann (ca. Mitte 60), hatte Lust etwas zu "schnacken". Somit sind wir zusammen bis nach WĂŒrzburg gefahren. Der Kollege fĂ€hrt von der Ostsee nach Oberstdorf. Auch witzig, er hatte in seinem Hotel mit den Leuten logiert, mit denen ich zusammen in Bad Salzschlirf im Hotel war. So lernt man viele Leute kennen. In Ochsenfurt hatte ich dann viel Zeit die Stadt zu erkunden. Sehr schön. Morgen wird es wieder hĂ€rter, es geht wieder in die Berge. Aber morgen gibt es bereits um 6:30 Uhr FrĂŒhstĂŒck, so dass ich wohl gegen 7:00 Uhr starten werde.

13.06. Ochsenfurt - DinkelsbĂŒhl

Etappe 7


Entfernung: 74 km
Höhenmeter: 770 Meter


Unterkunft



Gasthof Pension Wilder Mann

http://www.gasthofwildermann.de/


TAGEBUCH:


So, es war mal wieder so weit. Ich wollte heute erneut mit dem ZimmerschlĂŒssel abhauen. Zum GlĂŒck kam mir noch die Wirtin hinterhergelaufen - wie peinlich...

Als erstes musste ich ein 30 km langes StĂŒck fahren, um vom Main zur Tauber zu gelangen. Das war auch recht anstrengend. Klar, dass ich auch durch Rothenburg ob der Tauber gekommen bin. Sicherlich eine der schönsten StĂ€dte Deutschlands,  wenn es nur nicht so ĂŒberlaufen wĂ€re. Darum bin ich auch schnell weiter geradelt. Es gibt ja auch noch andere schön StĂ€dte z.B. mein heutiger Zielort DinkelsbĂŒhl. Ich muss zugeben, dass ich den Ort vorher auch nicht kannte. Aber bei meiner Tourplanung halte ich immer nach besonders schönen StĂ€dten Ausschau. Und so bin ich auf diesen faszinierenden Ort DinkelsbĂŒhl gestoßen. Ein Schauplatz wie im Mittelalter. Fast alle HĂ€user stammen aus dem 14. - 16. Jahrhundert und sind noch komplett erhalten. Nach meiner Ankunft im Hotel, habe ich erst mal einen zweistĂŒndigen Rundgang durch die Stadt gemacht. Dabei kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie im MĂ€rchen. Schade nur,  dass es kein Autoverbot in der Innenstadt gibt. Das hat dem Gesamtbild etwas geschadet.  Dennoch kann ich jedem nur empfehlen, mal einen Abstecher hierher zu machen.


14.06. DinkelsbĂŒhl - GĂŒnzburg

Etappe 8


Entfernung: 85 km
Höhenmeter: 680 Meter

Unterkunft



Hotel Goldener Löwe

http://www.goldenerloewe.eu/
















TAGEBUCH:


So, ein großes Zwischenziel ist erreicht, ich bin in GĂŒnzburg. Hier habe ich auch ein Tag Pause und gehe morgen ins Legoland. Wie den meisten ja bekannt ist, stehe ich voll auf Freizeitparks. Darum ist mein heutiges Etappenziel auch nicht ganz zufĂ€llig. Die Fahrt hierher war ziemlich anstrengend, es ging heute auf die bislang grĂ¶ĂŸte Höhe von 653 Höhenmeter. Und mit 88 km war es auch nicht die kĂŒrzeste Strecke. Trotzdem war ich wieder recht frĂŒh um 14:00 Uhr am Zielort. Auf dieser Tour lĂ€uft es bislang super,  auf frĂŒheren Fahrten war ich meistens bis 16:00 Uhr unterwegs. Irgendwie bin ich gut in Form. So macht es auch richtig Spaß. Morgens radeln und nachmittags Sightseeing. Ich finde das gut so, denn von morgens bis abends radeln, das wĂ€re nichts fĂŒr mich. So ist es richtig Urlaub und man sieht viele schöne StĂ€dte. Nun noch ein Bier im Biergarten und dann geht's Morgen zum Achterbahn fahren.


15.06. Legoland GĂŒnzburg (Pause)

16.06. GĂŒnzburg - Kaufbeuren

Etappe 9


Entfernung: 79 km
Höhenmeter: 470Meter


Unterkunft



Leitners Hotel Garni

http://leitners-hotel-garni.de/
















TAGEBUCH:


Die heutige Etappe war landschaftlich nicht so reizvoll. Als ich im Hotel angekommen bin, war das Haus leider geschlossen. Erst um 16:30 Uhr war die Rezeption wieder besetzt. Aber zum GlĂŒck gab es einen SchlĂŒsselautomat,  so dass ich doch noch einchecken konnte. Kaufbeuren hat mich auch nicht vom Hocker gehauen. Die ganze Stadt war eine Baustelle, weil die FußgĂ€ngerzone neu gebaut wird. 

17.06. Kaufbeuren - Reutte

Etappe 10


Entfernung: 57 km
Höhenmeter: 430 Meter


Unterkunft



Goldener Hirsch

http://www.goldener-hirsch.at/













TAGEBUCH:


Die heutige Etappe hatte aus taktischen GrĂŒnden nur 56 km. Ich wollte gerne an einem Sonntag ĂŒber den Fernpass radeln, da dieser in der Woche sehr stark befahren ist. Da der Fernpass in Reutte startet, war es logisch, dass meine heutige Etappe auch nur bis Reutte ging. Es war eine landschaftlich sehr reizvolle Etappe. Kurz aber schön. Vorbei am schönen Forgensee ĂŒber FĂŒssen nach Österreich. NatĂŒrlich gab es auch einen Blick auf das Schloss Neuschwanstein. Da ich in Reutte sehr frĂŒh angekommen bin, wollte ich noch zur 400 Meter langen HĂ€ngeseilbrĂŒcke Highline179. Da ich Trottel aber nur mit einem T-Shirt losgelaufen bin und am Startpunkt vor dem Aufstieg zur BrĂŒcke ein starker kalter Wind herrschte, musste ich das Vorhaben leider abrechen.

18.06. Reutte - Imst

Etappe 11


Entfernung: 54 km
Höhenmeter: 710 Meter

"Fahrt ĂŒber den Fernpass"


Unterkunft



Hotel Gasthof Neuner

http://www.hotel-neuner.com/hotel-gasthof-neuner-imst.html
















TAGEBUCH:


Das war heute eine sehr reizvoll Etappe. Gleich hinter Reutte begann der Aufstieg zum Fernpass. Mit 1205 Metern zwar nicht so hoch, aber teilweise ging es mit 14% bergauf. In Lermoos hatte ich Dank des tollen Wetters, einen tollen Ausblick auf die Zugspitze. Die Straße war sehr stark befahren. Auf der Gegenseite staute sich der Verkehr auf fast 15 km. Also nix mit Sonntag und wenig Verkehr. Die ganzen AusflĂŒgler und Urlauber waren unterwegs. Auf der Abfahrt habe ich teilweise den ganzen Verkehr aufgehalten, weil die Wohnwagengespanne teilweise nicht an mir vorbeifahren könnten. Das war vielleicht Ă€tzend. Ich war froh, als ich in Imst angekommen bin. DafĂŒr hatte ich heute ein sehr schönes Hotel. Sogar mal mit Balkon und toller Aussicht auf die Berge. Morgen gibt es dann noch mal einen heftigen Anstieg ins Ötztal hinauf. Da geht es ĂŒber 45 km ca. 800 Höhenmeter hinauf. DafĂŒr habe ich dann wieder ein Tag Pause, bevor die Fahrt zum Timnelsjoch ansteht. Ein weiteres Highlight.


19.06. Imst - Sölden

Etappe 12


Entfernung: 46 km
Höhenmeter: 870 Meter


Unterkunft



Appartements Trofana

http://www.trofana-soelden.at/willkommen.html













TAGEBUCH:


Heute ist der große Tag, wo ich meinen Schatz in Sölden wiedersehe. Aber zuvor gilt es noch, 900 Höhenmeter auf 45 km zu ĂŒberwinden. Die ersten 10 km tat ich mich etwas schwer und dann brachte mich auch noch ein rangierender LKW aus dem Konzept. Hier war die Strasse so steil, dass ich dann nicht mehr in den Tritt kam und ein StĂŒck geschoben habe. Als ich dann in Sautens ins Ötztal eingebogen bin, ging es wieder besser und ich bin gut vorangekommen. Geplant hatte ich als Ankunftszeit 15:00 Uhr. Das war auch die frĂŒheste Eincheckzeit. Aber wie so oft stand ich bereits viel frĂŒher vor der Unterkunft, heute schon um 12:00 Uhr. Gerade abgestiegen, ging auch schon die TĂŒr auf. Ach sie sind bestimmt der Herr Wohltmann. Etwas irritiert sagte ich ja. Kommen Sie doch herein, ihr Appartement ist schon fertig. Völlig begeistert hab ich dann abgesattelt und das Appartement bezogen. Die Vermieter sind super nett uns haben mich dann auch gleich gedutzt. Bianka sollte erst spĂ€ter kommen, weil sie ja mit 15:00 Uhr gerechnet hat. TatsĂ€chlich war sie dann aber erst um 16:30 Uhr da. In der Zwischenzeit bin ich dann solange Seilbahn fahren gegangen. Das war nĂ€mlich die Überraschung vor Ort. Wir bekommen jeder eine Karte, mit der man alle Seilbahnen und Busse umsonst benutzen kann. Also bin ich zur Gaislachkoglbahn gegangen und auf 3000 Meter hochgefahren. Wie verrĂŒckt ist das eigentlich? Erst mit dem Fahrrad 900 Höhenmeter zurĂŒcklegen uns dann noch mal mit der Seilbahn auf 3000 Meter rauf. Ich bin irre. Dann wieder runter und Frauchen in Empfang nehmen. Nachdem das Motorrad ausgeladen war und Bianka sich eingerichtet hatte, sind wir lecker Essen gegangen. Den Abend haben wir dann vor der Glotze ausklingen lassen. Schön, wenn man seine Liebste wieder in den Armen halten kann. Am nĂ€chsten Tag sind wir dann noch zusammen Seilbahn gefahren und ein wenig mit dem Auto durch die Bergwelt gedĂŒst. Dann musste ich frĂŒh in die Heia, am nĂ€chsten Tag wartete ja ein spannender Tag auf mich.

20.06. Tag in Sölden (Pause)

21.06. Sölden - Meran

Etappe 13


Entfernung: 74 km
Höhenmeter: 1430 Meter

"Fahrt ĂŒber das Timmelsjoch = Königsetappe"


Unterkunft



Hotel Daniela

http://www.hoteldanielamerano.com/web/index.php/it/
















TAGEBUCH:


So, heute war Tag X. Heute stand die Überquerung des Timmelsjoch an (2509 Meter hoch), was gleichzeitig mit der Ankunft in Italien verbunden war. Die Grenze verlĂ€uft nĂ€mlich direkt am Pass. Also ein ereignisreicher Tag. Gut gestĂ€rkt und von der Liebsten innig verabschiedet, ging es um 7:00 Uhr los. Schnell merkte ich, dass das wohl ein schwerer Tag wird. Irgendwie lief es nicht so gut, meine Beine waren sehr schwer. Vielleicht tat mir der Ruhetag doch nicht so gut. Aber ich habe natĂŒrlich auf die ZĂ€hne gebissen und mich Meter fĂŒr Meter nach oben gekĂ€mpft. Die Kulisse war einfach ein Traum. Nach 2.5 Stunden hatte ich die Mautstation fĂŒr die Autos in 2100 Meter Höhe erreicht. Jetzt ging es leider noch mal ein kleines StĂŒck abwĂ€rts, bevor ich die letzten Serpentinen nach oben geradelt bin. Und nach 4 Stunden war ich tatsĂ€chlich oben. Was fĂŒr ein GefĂŒhl, einfach nur gigantisch. Gleich als erstes  einen Biker geschnappt und Fotosession gemacht mit mir, dem Rad und dem Pass-Schild. Nach kurzer Pause bin ich dann die Passstrasse Richtung Meran runtergeradelt. Leute, das war das Beste, was ich je mit dem Rad gemacht habe. 2000 Höhenmeter ging es bergab. Eine Landschaft so schön und die Strasse mit den Serpentinen so aufregend, das habe ich mit dem Rad noch nie erlebt. Ich hatte fast Pipi in den Augen. Und dann war ich gespannt auf die heutige Unterkunft. Dummerweise hatte ich mir wĂ€hrend der Tour mal Bewertungen von dem Hotel durchgelesen. Mir standen die Haare zu Berge. Das Hotel ist wohl in chinesischer Hand und die können angeblich nur chinesisch und italienisch sprechen. Hmm. Aber zum GlĂŒck hatte ich einen China-Mann, der auch deutsch konnte. Das Hotel ist zwar eine Bruchbude, aber fĂŒr eine Nacht reicht es. Hauptsache der Fernseher geht. Und WLAN geht auch, manchmal zumindest. Gleich gehe ich erst mal Essen, und trinke ein schönes Bier auf meine Leistung. Bis demnĂ€chst.

22.06. Meran - Trento

Etappe 14


Entfernung: 81 km
Höhenmeter: 100 Meter

"Flussetappe an der Etsch"


Unterkunft



Hotel Garni Villa Fontana

http://www.villafontana.it/de/

 

 

 

 

 

 

 






TAGEBUCH:


Das war heute eine der langweiligsten Etappen der Tour. Landschaftlich war es okay, aber der Fahrradweg ging 80 km immer geradeaus. Das war nicht sehr abwechslungsreich. In Bozen hat der Weg einen kleinen Knick nach rechts gemacht und kurz vor Trento gab es ein paar Abbiegungen. Aber dazwischen war nichts. Als mir gerade richtig langweilig war,  habe ich sogar einmal etwas auf Facebook gepostet, wĂ€hrend des Fahren wohlgemerkt. Um 13:30 Uhr bin ich bei der Bruchbude, Ă€h Hotel angekommen. Dagegen war das Hotel in Meran ja noch richtig gut. Ich fange gar nicht erst an die SchĂ€den aufzuzĂ€hlen. Immerhin ging die Klimaanlage. Das war viel Wert - auch heute waren es wieder 35 Grad. Ich habe mit einem Eingeborenen gesprochen, solche Temperaturen sind fĂŒr Juni absolut ungewöhnlich. Normalerweise gibt es so hohe Temperaturen erst im Juli. Nach kurzer Pause bin ich dann in die Altstadt gepilgert. Die ist sehr schön, mit vielen alten Bauwerken und den typisch norditalienischen HĂ€usern. Wer mal zum Gardasee fĂ€hrt, kann hier ruhig einen Stop einlegen. FĂŒr mich sind es jetzt "nur" noch 150 km bis Venedig. Und das ist auch gut so, denn so langsam merkt man am Fahrrad doch den ein oder anderen Verschleiß. Durch den Staub, ist ein fieses Staub-Schmiere-Gemisch entstanden. Das Knarzen der Kette wird auch immer lauter. Und die Bremsen fangen auch an zu quitschen. Aber ich bin zuversichtlich, dass bis Venedig noch alles (mich eingeschlossen) durchhĂ€lt. Bis jetzt bin ich mit dem neuen Fahrrad sehr zufrieden.

23.06. Trento - Bassano Del Grappa

Etappe 15


Entfernung: 91 km
Höhenmeter: 800 Meter


Unterkunft



Hotel Ristorante Alla Corte

http://www.hotelallacorte.it/
















TAGEBUCH:


Heute wartete noch mal ein richtiger Kracher auf mich. Die letzte Alpenetappe war auch gleich die lĂ€ngste der ganzen Tour mit 92 km. Und es war auch eine der schönsten. Vielleicht die schönste nach der Fahrt ĂŒber das Timmelsjoch. Los ging es in Trento gleich mit 300 Höhenmetern. Ich bin um 7:00 Uhr gestartet, damit ich den Anstieg noch bei ertrĂ€glichen Temperaturen bewĂ€ltigen konnte. Es war auch nur 25 Grad warm um diese Zeit. Nach 20 km hatte ich den Lago di Caldonazzo erreicht. Ein sehr schöner See, eingerahmt von den Bergen. Von hier an fĂŒhrte mich ein sehr schöner Fahrradweg durch das Sugarnertal. Am Anfang war das Tal noch weit, aber mit der Zeit rĂŒckten die Berge immer dichter an die Brenta heran. Die Brenta ist ein Fluss, der aus dem Lago di Caldonazzo entspringt und ebenfalls durch das Tal fließt und im Mittelmeer mĂŒndet. Nach 30 km wurde die Landschaft immer wilder und schöner. Leider drehte jetzt der Wind und ich hatte doch mĂ€chtig zu kĂ€mpfen. Heute ging mir am Ende doch ganz schön die Kraft aus. Am Ende war ich froh, das Hotel um 14:00 Uhr erreicht zu haben. Die Zeit war okay, aber es war wirklich schwer zum Schluss. Nach dem Duschen bin ich dann in die Stadt Bassano del Grappa gegangen. Eine sehr schöne Stadt mit einigen Highlights. Allerdings musste ich mich etwas sputen, da ein Gewitter aufzog. Das erste ĂŒberhaupt, was ich auf meiner Tour erlebt habe. Aber es war auch nur ein kleines. Das heutige Hotel ist sehr schön. Hier gibt es auch ein Restaurant, also muss ich nicht auf die Suche begeben. Morgen geht die Fahrradtour dann zuende, es warten noch 63 km bis Venedig auf mich. Die werde ich hoffentlich auch noch ohne Probleme schaffen. Bis jetzt war die ganze Tour ein Wahnsinn. Alles hat gepasst. Die geplanten Etappen waren Fehlerlos, die Technik und RoutenfĂŒhrung haben mich nie im Stich gelassen und das Fahrrad hat auch super durchgehalten. Über meine Form war ich sehr ĂŒberrascht. Die erste Tour,  wo es gar keine Probleme gab. Mal schauen,  ob ich nicht doch noch mal eine grĂ¶ĂŸere Tour machen werde. 


24.06. Bassano d. Grappa - Venedig

Etappe 16


Entfernung: 63 km
Höhenmeter: 60 Meter

"Flachetappe" 


Unterkunft



Hotel Cortina

/http://www.hotelcortinamestre.it/index.php?lang=de
















TAGEBUCH:


Ein ausfĂŒhrlicher Bericht folgt. Aber ich habe es tatsĂ€chlich geschafft. WAHNSINN! Nur den Fahrradweg direkt nach Venedig habe ich nicht auf Anhieb gefunden, der wird gerade neu gebaut. Trotzdem bin ich ĂŒber ein StĂŒck Autobahn auf die BrĂŒcke nach Venedig gekommen. Das war lebensgefĂ€hrlich und ich bin froh, dass ich das heil ĂŒberlebt habe. Aber das Foto mit dem Ortsschild von Venedig, wollte ich unbedingt haben.